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Freitag, 30. Juli 2010 um 11:11

Imagesteigerung durch konsequente Positionierung in Zahnärztlicher Prophylaxe

Geschrieben von  Frank Stratmann
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Ein Strahler macht noch lange kein Licht - Präventive Kommunikation am zahnärztlichen Himmel Ein Strahler macht noch lange kein Licht - Präventive Kommunikation am zahnärztlichen Himmel (C) Frank Stratmann

Präventive Kommunikation ist die Nr. 1 bei der Steigerung des Praxis-Image. Nicht erst seit heute gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse, die es den Zahnärzten ermöglicht, den Stellenwert der Prophylaxe konsequent in den Praxisalltag einzubinden. Die 4. deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS IV) bietet aber zusätzliche Erkenntnisse. Patienten sind von Ihrem Zahnarzt gewohnt, dass er Ihnen die individuelle Prophylaxe anbietet. Mit "konsequent" ist aber auch gemeint, die kommunikativen Eigenschaften einer Praxis aus der Präventivmedizin als Imagefaktor kommunikativ zu nutzen.

Bereits in dern 90er Jahren waren rund 92%* der deutschen Zahnärzte der Meinung, dass Zahnheilkunde ohne Prophylaxe nicht mehr vertretbar sei. Dennoch erleben wir fast täglich in Gesprächen, dass nicht nur die wirtschaftliche Bedeutung der Prophylaxe nach wie vor unterschätzt wird. Auch das Erlebnis, mit den Patienten über etwas Notwendiges und positiv Besetztes als Mittel für dauerhaft gesunde Zähne zu sprechen, wird immer noch nicht umfänglich anerkannt. Medizinisch unumstritten, hat die Individualprophylaxe nach wie vor einen schweren Stand im Praxisalltag. Je nach persönlicher Motivation stehen auch in Praxen politische Ereignisse, Fehlentscheidungen, Überforderungen und allgemeines Wehklagen im Mittelpunkt der Patienten-Kommunikation.

Bevor jetzt ein Aufschrei durch die Leserschaft geht. Mit Kommunikation meinen wir auch das non-verbale Geschick, sich mitzuteilen. Wir meinen auch nicht die medizinisch notwendige Aufklärung.

Die 5 bedeutensten Fehler in der Präventivkommunikation sind:

  • Eine Praxis setzt zuviel Wissen beim Patienten voraus
  • Informationsmedien werden halbherzig genutzt, sind veraltet oder von Interessen der Industrie geprägt
  • Es gibt keine klare kommunikative Vorgehensweise, jedes Praxismtiglied redet etwas anderes
  • Der Chef und die führenden Helferinnen in der Prophylaxe sorgen für zu wenig Wissenstransfer im inneren der Praxis
  • Wirtschaftlich und Organisatorisch wird die Prophylaxe als Mittläufer eingestuft

Der Patient denkt längst anders. Der Zahnarzt kostet Geld, bringen die Patienten immer wieder in Umfragen auf den Punkt. Und längst kritiseren die Patienten Ihren Zahnarzt dafür nicht mehr so stark wie noch vor einigen Jahren. Das hängt sicherlich auch mit der Anerkennung der Neuerungen in diesem medizinischen Feld zusammen. In den letzten 20 Jahren erlebte die Zahnmedizin mehr Innovation als in den letzten 10.000 Jahren betonte Dr. Bastendorf in einem Artikel zum Thema Prophylaxe, der vor Kurzem in der "Dental kompakt 2010" erschien.

Gesundheit, das ist vielen bewusst, hat Ihren Preis. Eben auch in der Vorsorge. Ein anderer Zahnarzt erzählte uns im persönlichen Gespräch folgendes.

Zitat:"Lieber Herr Stratmann, wir sind jahrelang so rund gemacht worden, dass wir keine Ecken und Kanten mehr haben!" (Zitat Ende).

Das betonte er in einer Diskussion, über die Situation von Zahnärzten und ob man es heute als Zahnarzt schaffen kann - mit auf das Arzt-Patientenverhältnis abgestimmtem Praxismarketing - Profil und Positionierung einer Praxis zu beeinflussen.

Wir glauben das geht auch in einem stark regulierten Umfeld durch Vernetzungsstrategien, die dafür sorgen, dass Patient und Zahnarzt kommunikativ näher zusammen rücken. Präventive Kommunikation lässt sich der Patient nicht nur gefallen. Er will das. Der Patient hat dann nicht nur das Gefühl, sondern ist auch davon überzeugt, dass der Zahnarzt mehr für die persönliche Gesundheit tut, als andere.

Erst kürzlich nutzte diese kommunikative Lücke ein Zahnarzt, der das Buch Zahnarztlügen veröffentlichte. Medizinisch umstritten, klagt er die Zahnärzte an, sie würden den Patient in einem perfiden System gefangen halten und nannte als Grund dafür rein wirtschaftliche Interessen der Zahnärzteschaft. Er nutzte den Spielraum zwischen steigender Eigenverantwortung der Patienten und immer noch zu wenig starker Präventiv-Kommunikation der Zahnärzte. Die verursachenden Bakterien und die nach wie vor verbreitete, falsche Ernährung und die Verhaltensweisen in der Zahnpflege sind wohl eher als Schuldige auszumachen.

Zahnärzte leisten also einen gesellschaftlichen Dienst, wenn Sie darüber noch umfangreicher informieren. Und Zahnärzte können sich beruhigen. Selbst wenn Sie dreimal so viel Präventivkommunikation (auch online) betreiben würden; der Reparaturbetrieb Zahnarztpraxis wird nicht aussterben, selbst wenn Dr. Bastendorf in einer zu seinem Artikel nachgelagerten Pressemeldung die Erfüllung eines Menschentraums hinterfragt: dem Traum von lebenslang gesunden Zähnen.

Was können Sie als praktizierender Zahnarzt mit Ihrem Team tun, um den Weg in die image-fördernde Kommunikation zu finden. Wir haben einige Fragen zusammengestellt, die Sie sich stellen können:

  • Wann haben Sie sich zuletzt mit Ihrem Team zusammen gesetzt und besprochen, wie Sie in punkto Individualprophylaxe aktuell kommunizieren?
  • Haben Sie mal geprüft (Analyse), welche Medien Ihnen dafür zur Verfügung stehen?
  • Gibt es in Ihrer Praxis einen bereits selbstständig, wirtschaftlich arbeitenden Bereich der Prophylaxe?
  • Wie ist der Fortbildungsstand im Team und der Wille, sich weiterzubilden?
  • Lastet die Prophylaxe auf wenigen Schulter oder kann Ihr Team geschlossen darüber mit einheitlicher Sichtweise mit dem Patienten sprechen?
  • Gibt es ein Qualitätsmanagementsystem in Ihrer Praxis, das den Kommunikationsprozess in der Individualprophylaxe vorgibt?
  • Aktualisieren Sie regelmäßig den allgemeinen Wissensstand im Team, in den Unterlagen und Texten, die Sie nutzen?
  • Lassen Sie sich über das Internet mit zusätzlichen Informationen versorgen?
  • Wissen Sie, was Ihre Patienten über Sie in Bezug auf präventive Konzepte in der Zahnheilkunde denken?
  • [...]

Das ist natürlich nur ein Auszug von Fragen, die man sich als Zahnarzt stellen kann. Wichtig ist, bevor man sich mit präventiver Kommunikation und dem Hoffnungswert Praxis-Image auseinandersetzt, Team und Praxisqualitäten zu hinterfragen. Nachdem diese Werte justiert sind, kann damit begonnnen werden, auch extern der Praxis z.B. durch Präsenz in Sozialen Medien, nachhaltige Kommunikation zu betreiben. Morbiditätsorientierte Leistungen sollten Sie klar von der präventiven Kommunikation trennen, selbst wenn es Schwerpunkte in Ihrer Praxis gibt, die interessant erscheinen. Praxismarketing via Sozialer Netzwerke funktioniert am Besten mit positiven Botschaften und nicht mit blutigen oder schmerzhaften Szenarien.

Unser Dank geht an Dr. Klaus-Dieter Bastendorf aus Stuttgart und der Pressemeldung, die als Vorlage für diesen Blogbeitrag diente. Wir kennen Herrn Dr. Bastendorf nicht persönlich und können natürlich keine medizinisch abschließende Stellungsnahme verfassen. Das fällt übrigens auch den Patienten schwer, die täglich in zahnärztlichen Praxen unterwegs sind. Der Dank bezieht sich also darauf, dass überhaupt ein Zahnarzt die Stimme erhebt und positiv formuliert, seine Kollegen und Patienten gleichermaßen zum Mitmachen animiert und für das Thema sensibilisiert.

Zitate aus der Pressemeldung: Nach Dr. Klaus-Dieter Bastendorf "...liegt eine der größten Herausforderungen für die Praxis der Zukunft darin, der Prophylaxe im Praxisalltag den Stellenwert zukommen zu lassen, der ihr aufgrund der wissenschaftlichen Erkenntnisse zusteht."

Rezepte, wie diese Herausforderung mit den richtigen Vorgehensweisen anzugehen ist bietet unser Netzwerk praxistotal. Sprechen Sie mich persönlich an oder recherchieren Sie im Netz nach unseren Denk- und Sichtweisen. Besuchen Sie uns auf XING oder Facebook und folgen Sie uns auf Twitter.

*Quelle: IDZ (Institut der Deutschen Zahnärzte)

Zuletzt geändert am: Freitag, 30. Juli 2010 um 14:20
Frank Stratmann

Frank Stratmann

Frank Stratmann ist Initiator & Gründer des Netzwerks praxistotal, Experte für Soziale Medien in der Gesundheitswirtschaft, XING Botschafter Health Care - Xpert Ambassador Community mit über 12.000 Mitgliedern.

Website: www.praxistotal.net E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
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