Unbemerkt hat sich in der Zahnmedizin ein Fachkräftemangel eingestellt, der nicht von heute auf morgen zu beseitigen sein wird. Bei der zahnmedizinischen Fachangestellten herrscht Vollbeschäftigung. Unter den Erwerbsfähigen Zahnarzthelferinnen liegt die Arbeitslosenquote unter 0,1%. Eine frohe Botschaft wie man glauben könnte. Die Depression am Arbeitsmarkt in den letzten beiden Jahrzehnten hat aber immer verschwiegen, welche Probleme sich im Falle einer Vollbeschäftigung ergeben.
Für den Bereich der Zahnmedizin kommt ein weiterer Punkt hinzu. Der Arbeitsmarkt ist ausschließlich regional geprägt. Das Berufsbild der Zahnmedizinischen Fachangestellten bietet keine Karrierechance im eigentlichen Sinne. Die Mehrzahl Ihrer Helferinnen verfolgt ein konservatives Engagement Ihrer Arbeit. Das heißt, Familie und Beruf lassen sich - gerade mit einer Ausbildung zur Zahnarzthelferin - viel besser mit einander vereinbaren. Die für andere Berufszweige so oft verlangte örtliche Flexibilität ist im zahnärztlichen Praxiswesen nicht gegeben. Die Motivation einer Zahnarzthelferin, mehr als 100km zur Arbeit zu fahren oder gar den Wohnort zu wechseln, ist bis auf ein paar Ausnahmen verschwindend gering.
Somit passiert es immer öfter, dass Zahnarztpraxen kein qualifiziertes und gleichzeitig motiviertes Personal finden, was zu Lasten der Leistungsfähigkeit einer Praxis geht. Verstehen Sie uns nicht falsch. Wir verurteilen in keiner Form den konservativen Umgang mit Jobofferten und Karrieremöglichkeiten. Ganz im Gegenteil, gerade in einem modernen Arzt-Patientenverhältnis ist es wichtig, einen Berufszweig mit menschlicher Ausrichtung zu erhalten. Nicht alles muss instrumentalisiert werden und nicht jeder Berufszweig eignet sich, eine steile Karriere zu bieten.
Dennoch sollte der Beruf der zahnmedizinischen Helferin auch nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung attraktiv gestaltet werden. Das Bildungsniveau einer Praxis zeigt sich analog zu Ihrem Erfolg. Dort wo Chef, Helferin und Verwaltungsebene überdurchschnittlich kompetent mit den Anforderungen umgehen, stellt sich nach wie vor ein überproportionaler Erfolg ein. Auch wirtschaftlich.
Bitte überprüfen Sie selbst, wo Sie aktuell stehen und blicken Sie kurz zurück, wie es Ihnen in den vergangenen Jahren bei der Suche nach qualifiziertem Personal ergangen ist. Wir legen Ihnen ans Herz, sich nach einer kurzen Rückbetrachtung engagiert ans Werk zu machen. Ihre Patienten werden es Ihnen danken.
Der Kern unserer Kritik bezieht sich vor allem auf die Medienkompetenz in deutschen Zahnarztpraxen. Nur ein geringer Anteil von unter 10% beschäftigt sich aktuell mit den Möglichkeiten, die Ihnen beispielsweise das Internet bietet. Die Kompetenz, mit modernen Computerprogrammen und zeitgemäßer Infrastruktur in der Praxis zu arbeiten ist vielerorts nicht vorhanden. Noch immer begegnen uns Zahnarztpraxen mit einer Betriebssystemumgebung, die mehr als 10 Jahre nicht aktualisiert wurde. Die Folge sind Rechnerausfälle und damit Produktivitätsausfälle, da eine moderne Praxis ohne das Instrument Computer nicht mehr auskommt.
Hinzu kommt die zunehmende Bedeutung von Internet und Web2.0 für Ihre Patienten. Die Nutzerzahl des Internets in Deutschland liegt mittlerweile über 80%. Im Grunde genommen hat jeder Patient in Deutschland Zugang zum Internet und will dies auch nutzen. Patienten wollen, dass auch Ihr Zahnarzt moderne Kommunikationsmittel einsetzt und serviceorientierte Elemente der Praxis im Internet bereitstellt. Während die eine Praxis über ein „Virtuelles Privates Netzwerk" online mit einer externen Abrechnungskraft arbeitet und damit seine Verwaltungsprozess enorm optimieren kann, wissen anderer Orts die Zahnarzthelferinnen nicht, wie Sie am Computer einen einfachen Brief verfassen. Wichtige Verwaltungsinstrumente werden gar nicht erst genutzt.
Das Bildungsniveau in deutschen Zahnarztpraxen ist ein Baustein im Gesamtbild der zahnärztlichen Qualität. Gemessene Qualität ist der Grad der Übereinstimmung zwischen Anspruch und Erwartung. Vor allem aus Sicht des Patienten.
Der Patient ist heute bereits schneller, Qualität besser einschätzen zu können und in der Zukunft wird es nicht allein die zahnärztliche Kernkompetenz sein, die überzeugen muss, damit ein Patient gut von seinem Zahnarzt spricht oder diesen gar empfiehlt.

Teilen auf XING
... und eine Erläuterung, warum Sie teilen sollten, ...
Kalender
Mitglieder Pläne
Twitter Doctors
Melden Sie sich als Arzt oder Zahnarzt, Apotheker oder Heilberufler in unserer Twitterliste an
Link zur Erläuterung
Hier drücken
Link zur Liste
@praxistotalnet/doctors
Aufsatz zum Bildungs(not)stand in deutschen Praxen
Geschrieben von Frank StratmannMitglied werden
Als Mitglied von praxistotal profitieren Sie von zahlreichen Vorteilen schon ab dem Basis-Segment unserer Mitgliedschaften, die erweitert auch Coaching, Beratung und Best-Practice bieten.
Newsletter
Unser Newsletter informiert Sie ausschließlich über Marktbeobachtungen und sinnvolle Informationen für Ihre Praxisführung. Nur so regelmäßig, wie sich auch wertvolle Neuigkeiten ergeben.
Open-Space und Akademie Events
Buchen Sie praxistotal Events direkt hier.Open-Space für moderne, menschen-orientierte Praxisführung und bundesweite Akademie Veranstaltungen.über unser Eventmanagement - powered by amiando.
